SPD Neuruppin - mit Herz & Verstand für Stadt und Land

Sozialdemokratie trifft ...

Ortsverein

Neuruppin
(c) M. Maronde

"Sozialdemokratie trifft ..." ist eine neue Beitragsreihe der SPD Neuruppin. Sie verschafft Ihnen und uns einen Einblick in ganz persönliche Ansichten einzelner SPD Mitglieder aus der Region zu Begriffen wie "Demokratie", "Freiheit", "Gerechtigkeit" und "Solidarität". Den Anfang macht Leopold Esselbach, Generalsuperintendent im Ruhestand und von 1998 bis 2008 Stadtverordneter, mit "Sozialdemokratie trifft Kirche".

Manchmal werde ich gefragt, warum ich mich als Christ gerade bei den Sozialdemokraten engagiere. Nach meinem Urteil ist die SPD diejenige Partei in Deutschland, die am überzeugendsten für soziale Gerechtigkeit in Verbindung mit persönlicher Freiheit eintritt. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts haben die Kirchen das Streben nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung als wichtigste gesellschaftliche Anliegen formuliert. Keines dieser Ziele lässt sich losgelöst von den anderen verwirklichen. Ich finde, dass die Zusammengehörigkeit dieser Ziele in der SPD besonders gut erkannt ist.

Der Mensch ist im biblischen Verständnis ein soziales Wesen. Im Leben des Christen geht es darum nicht nur um das Heil einzelner Menschen. Ein Mensch kann nicht glücklich und selig werden ohne seine Mitmenschen. Daraus folgt für mich notwendig, mich für die Gesellschaft zu interessieren, in der ich lebe. "Suchet der Stadt Bestes" ist ein berühmter Satz, den der Prophet Jeremia vor mehr als zweieinhalb Jahrtausenden seinen Landsleuten ans Herz gelegt hat, als sie zwei Generationen lang in der babylonischen Gefangenschaft leben mussten.

In der DDR war eine Mitwirkung im gesellschaftlichen Bereich nur bedingt möglich, weil eine Partei sich im Besitz der Wahrheit glaubte und die alleinige Führung beanspruchte. Wer das in Frage stellte, musste mit Schwierigkeiten rechnen. Heute ist es möglich, innerhalb einer Partei tätig zu werden, ohne jede einzelne Entscheidung unterstützen zu müssen. In den 14 Jahren meiner Mitgliedschaft in der SPD konnte ich stets für meine Überzeugung eintreten und um Unterstützung werben. Natürlich war die Mehrheit manchmal anderer Meinung. Sie hat meinen Widerspruch ertragen. In einer Volkspartei sollte das selbstverständlich sein.

Ich weiß, dass es in allen demokratischen Parteien Menschen gibt, die sich für das Allgemeinwohl einsetzen. Gerade in den letzten Jahren hat sich nach meiner Auffassung gezeigt, dass die SPD weniger als andere Parteien in der Gefahr ist, Einzelinteressen zu verfolgen. Lediglich eine Mitarbeit in der NPD ist nach meinem Verständnis für Christen ausgeschlossen, weil dort die Gleichheit aller Menschen vor Gott und ihre Gleichberechtigung vor dem Gesetz geleugnet wird.

Übrigens ist es in der Bundesrepublik keine Seltenheit, dass sich evangelische Pfarrer auf Orts-, Landes- und Bundesebene in Volksvertretungen wählen ließen. Dabei gab es im Bundestag in keiner Partei so viele evangelische Pfarrer wie in der SPD. Bei der Neugründung einer sozialdemokratischen Partei in der Schlussphase der DDR spielten evangelische Pfarrer eine entscheidende Rolle.

(c) Leopold Esselbach

 
 

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